[ÖBB] Land Niederösterreich übernimmt 600 Kilometer Bahngleis

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25.11.2013, 13:22#401
Betrieb der Wachaubahn rechtswidrig

Im Streit des Landes mit dem Verkehrsministerium zum Betrieb der Wachaubahn und des Reblaus-Expresses gibt es eine neue Entwicklung. Laut NÖN dürfen beide Strecken nicht mehr befahren werden, so der Verwaltungsgerichtshof.


Das Land hat die Wachaubahn und den Reblaus-Express Ende 2010 von den ÖBB übernommen, die zuständigen Bezirkshauptmannschaften haben den Betrieb als Anschlussbahnen genehmigt. Das Verkehrsarbeitsinspektorat wollte aber eine Prüfung der Sicherheitsstandards für die Personenbeförderung.

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ORF

Negative Bescheide vorerst ohne Auswirkung
Diese Prüfung hat das Land Niederösterreich mit der Begründung abgelehnt, dass die ÖBB die nötigen Genehmigungen gehabt hatten und es seien keine Mängel danach bekannt geworden. Das Verkehrsministerium hat daraufhin beim Verwaltungsgerichtshof Beschwerde eingelegt und im August 2013 Recht bekommen. Die drei Erkenntnisse, wonach die Strecken der Wachaubahn und des Reblaus-Expresses nicht mehr befahren werden dürfen, sind erst jetzt veröffentlicht worden, nachdem die Saison bereits beendet war, und hatten daher auf den Bahnbetrieb keinen Einfluss.

Bei der NÖVOG ist man optimisch, dass man für 2014 die Genehmigung bekommt. Man setzt auf die Novelle zum Eisenbahngesetz aus dem Jahr 2011, die im Urteil des Verwaltungsgerichtshofs nicht berücksichtigt worden sei.

Zitat von http://www.noen.at/news/verkehr/Hoechstgericht-stoppt-NOeVOG;art3892,496524
Höchstgericht stoppt NÖVOG

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Erkenntnis / Verwaltungsgerichtshof hat Bescheide des Landes NÖ für Betrieb von Wachaubahn und Reblausexpress wegen Rechtswidrigkeit aufgehoben. NÖVOG setzt auf Gesetzesnovelle.

Von Heinz Bidner

Seit 2011 tobt ein Rechtsstreit zwischen Land NÖ und Verkehrsministerium zu den Fahrgenehmigungen der Wachaubahn und des Reblausexpresses. Wie die NÖN erfuhr, erzielte das Ministerium einen juristischen Sieg beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH), wonach die beiden Strecken nun nicht mehr befahren werden dürfen.

Betrieb als Anschlussbahn im Frühjahr 2011 genehmigt
Die Vorgeschichte: Ab Dezember 2010 übernahm das Land NÖ über seine Bahngesellschaft NÖVOG Nebenbahnen von den ÖBB. Darunter waren die Donauuferbahn, die nur auf dem Abschnitt Krems-Emmersdorf (Wachaubahn) touristisch weitergeführt wurde, und die ebenfalls touristisch genutzte Strecke Retz-Drosendorf (Reblausexpress). Genehmigt wurde der Betrieb als Anschlussbahnen für einen beschränkt öffentlichen Verkehr von den zuständigen Bezirkshauptmannschaften im März und April 2011.

Verkehrsministerium mit Beschwerde, nun drei Erkenntnisse
Das Verkehrsarbeitsinspektorat stieß sich daran, weil Sicherheitsstandards für die Personenbeförderung nicht geprüft worden seien – wie laut Eisenbahngesetz vorgeschrieben. Das Land NÖ wies die Berufung als zuständige Berufungsbehörde im April ab – denn die ÖBB hätten hier zuvor ebenfalls die nötigen Genehmigungen gehabt und es seien keine Mängel bekannt. Im Mai 2011 legte das Verkehrsministerium beim VwGH schließlich Beschwerde gegen die Landesbescheide ein. Im August dieses Jahres gab ihm das Höchstgericht Recht und hob die Landesbescheide „wegen Rechtswidrigkeit“ ihrer Inhalte auf. Erst jetzt wurden die drei Erkenntnisse zu den beiden Bahnstrecken veröffentlicht. Beim Rechtsstreit ging es vor allem um zwei Punkte. Einerseits wurden vom Ministerium die eisenbahnrechtlichen Baugenehmigungen und Betriebsbewilligungen infrage gestellt, andererseits die Sicherheit bei der Personenbeförderung.

Sicherheitsstandards laut Höchstgericht nicht schlüssig erklärt
Jetzt schloss sich der VwGH der Meinung des Ministeriums an. So seien etwa die Sicherheitsstandards nicht schlüssig erklärt: Eine Sachverständigenäußerung ohne nachvollziehbare Begründung sei unbrauchbar. „Wir haben davon Anfang November erfahren“, sagt NÖVOG-Sprecherin Brigitta Pongratz zu den VwGH-Erkenntnissen. Zumal der Streckenbetrieb in der warmen Jahreszeit stattfindet, sei man heuer nicht mehr davon betroffen gewesen.

NÖVOG hofft auf Gesetzesnovelle: „Einige Monate Zeit, das zu klären“
„Wir sind optimistisch, dass wir nächstes Jahr einen gültigen Bescheid haben und fahren können“, meint Pongratz. Denn es habe Ende 2011 – also nach der Beeinspruchung der Bescheide durch das Ministerium – eine Novelle zum Eisenbahngesetz gegeben, die im VwGH-Urteil nicht mehr berücksichtigt worden sei und dem Land entgegenkommen könnte. „Jetzt haben die Experten der Behörden einige Monate Zeit, das zu klären“, so Pongratz. Offen ist auch, ob die bisherige Betreibergesellschaft – die Wiener Lokalbahnen AG, zumal die NÖVOG für den Betrieb der Normalspurstrecken keine Zulassung hat – wieder für beide Strecken zum Zug kommt. Man sei dabei, die Leistungen neu auszuschreiben, so Pongratz.

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VT
30.12.2013, 14:46#402
NÖVOG führt modernstes elektronisches Zugsicherungssystem ein
Betriebsleitzentrale und rechnergestütztes Zugleit- und Sicherungssystem im Einsatz

17.12.2013

Bild„Die NÖVOG arbeitet seit Ende 2012 an der Einführung eines modernen und effizienten Zugsicherungssystems. Die Arbeiten gehen gut voran. Das System wird bis Mitte 2014 voll einsatzfähig sein. Dann wird die NÖVOG mit dem derzeit modernsten elektronischen Zugsicherungssystem für Nebenbahnen ausgestattet sein.
In der Leitzentrale im Betriebszentrum Laubenbachmühle laufen die Fäden zusammen“, erklärt Verkehrslandesrat Karl Wilfing. Bei der Schneebergbahn ist das neue Leit- und Sicherungssystem bereits im Herbst in Vollbetrieb gegangen. Bei der Mariazellerbahn befindet es sich derzeit noch in der Simulationsphase. Ziel ist es, alle NÖVOG Bahnen von der Betriebsleitzentrale in Laubenbachmühle aus zu steuern.

Das Unternehmen RDCS Informationstechnologie GmbH wurde mit der Planung, Lieferung, Installation und Inbetriebnahme beauftragt. „Die neue Software ist bereits seit April 2013 bei der Schneebergbahn im Einsatz und war dort eine wesentliche Voraussetzung für die Einführung des Halbstundentaktes“, informiert NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl.
„Auch der Betrieb der Wachaubahn, Waldviertelbahn, des Reblaus Express und der Citybahn Waidhofen soll mit dem System gestützt werden“, so Stindl. „Die neue Betriebsleitzentrale garantiert einen reibungslosen Fahrbetrieb auf höchstem Sicherheitsniveau. Das System überprüft die Betriebsabläufe von Lokführern und Fahrdienstleitung und greift bei sicherheitsrelevanten Situationen ein, um gefährliche Situationen auf der Strecke zu verhindern“, erklärt Wilfing.
„Die Möglichkeiten mit dem neuen Zugleitsystem sind umfassend. Neben der Ortung der Fahrzeuge auf der Strecke, der elektronischen Sicherung der Fahrtstrecke und dem Kollisionsschutzsystem zählen auch die Anzeige von Informationen für den Fahrzeugführer auf einem Display oder die Soll/Ist-Anzeige der Fahrplanlage zum modernen Standard“, erklärt Stindl.

Bevor das System bei der Mariazellerbahn eingeführt werden konnte, wurde die gesamte Strecke im Zuge der kontinuierlichen Sanierungsmaßnahmen technisch aufgerüstet. Die Himmelstreppe ist bereits entsprechend ausgestattet. Derzeit wird das elektronische Zugsicherungs- und Leitsystem bei der Mariazellerbahn in einer Simulationsphase parallel zur bisherigen Fahrdienstleitung verwendet. Bis zum Sommer 2014 soll der Echtbetrieb erfolgen. „In der Leitzentrale gibt der Fahrdienstleiter den Fahrbefehl via computergesteuerter Bedieneinheit, dieser wird verifiziert und über digitalen Datenfunk in den Zug übertragen.
Im Zug befindet sich ein Bordrechner mit digitalem Streckenatlas und auch die Geschwindigkeiten sind im Bordrechner hinterlegt. Bremswege werden von Gefahrenpunkt zu Gefahrenpunkt ständig überwacht. Die Ortung und Positionsbestimmung der Züge erfolgt über GPS und Wegmessung. Künftig werden auch Personal- und Fahrzeugdisposition sowie die Erstellung von Dienstplänen im RDCS-System durchgeführt“, so Stindl.

Auf Basis des Zugleitsystems wird derzeit ein modernes Fahrgastinformationssystem geplant. Als wesentlicher Teil dieser Fahrgastinformation wird eine Bedieneinheit mit Anbindung an das Zugleitsystem zur Abbildung von Bedarfshaltestellen konzipiert.
„Die Fahrgäste der Mariazellerbahn können so mittels einfachen Knopfdrucks bei Haltestellen mit nicht fahrplanmäßigen Anhalten dem Triebfahrzeugführer einen Einstiegswunsch signalisieren. Im Hintergrund werden auch alle Informationsdienste mittels Daten aus dem Zugleitsystem versorgt. So sollen im nächsten Jahr das Vertriebssystem und auch die operativen Betriebswerkzeuge der NÖVOG mit Daten aus dem Zugleitsystem versorgt werden. Dadurch entsteht ein integriertes Gesamtsystem für die gesamte Streckenführung der NÖVOG“, erklärt Stindl abschließend.

Link
RDCS Informationstechnologie GmbH www.rdcs.eu

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VT
11.01.2014, 18:30#403
Bahnfans fordern Rückgabe der Streckenflächen
Enteignungsgrund sei mit Bau eines Radwegs nicht mehr gegeben, glauben Aktivisten.

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"Enteignungs-Erkenntnis": 164 Grundstückseigentümer mussten Flächen für den Bahnbau abtreten. - Foto: Verkehrsforum Waldviertel

Die Freunde der Thayatalbahn wollen nichts unversucht lassen, um eine weitere Demontage der Bahntrasse zwischen Waldkirchen und Slavonice (Tschechien) zu verhindern. Nach einer Protestwelle gegen die „steigende Lkw-Lawine auf der B 36“ nehmen die Mitglieder des Verkehrsforums Waldviertel (vormals Verein Neue Thayatalbahn) einen neuen Anlauf.

Sie fordern die Rückgabe der Grundstücke entlang der Trasse, weil sie glauben, dass der Zweck der Enteignung nicht mehr gegeben sei. Zwischen 1899 und 1901 mussten die Grundstückseigentümer all jene Flächen abtreten, die für den Bau der Bahnverbindung nötig waren. Auf der inzwischen aufgelassenen Strecke soll nun ein zirka 100 Kilometer langer Radweg errichtet werden.

„Mit der Demontage erlischt gleichzeitig der Grund für die Enteignung. Der ist an den Bahnbetrieb gekoppelt“, glaubt Peter Coreth, Mitstreiter des Verkehrsforums. Insgesamt 164 Grundstückseigentümer mussten auf Grundlage der Erlässe des k. k. Eisenbahnministeriums von 10. Jänner 1900 und vom 13. Juli 1901 sowie der Concessionsurkunde vom 10. November 1900, so die „Enteignungs-Erkenntnis“, Flächen abtreten, damit die Lokalbahn von Waidhofen an der Thaya nach Zlabings (Slavonice) errichtet werden konnte. „Der Bau des Radwegs beruht daher auf einer Rechtsunsicherheit“, glauben Coreth und andere Mitglieder des Forums. Sie sind sauer darüber, dass die Trasse abgerissen wird, und beklagen einen Mobilitätsnotstand im Waldviertel. „Es wäre wichtig, die Strecke für die Zukunft zu erhalten“, sagt Coreth.

Paragraf

Eine Rechtsunsicherheit können die Fachleute im Verkehrsministerium nicht erkennen. „Einen Rückübereignungsanspruch gibt es nach Paragraf 37 Eisenbahnent-eignungsgesetz (EisbEG) nur dann, wenn das enteignete Recht – in diesem Fall das Grundstück – nie dem Enteignungszweck (Anm. Bau einer Bahnstrecke) zugeführt wurde. Das war hier offenbar nicht der Fall“, sagt ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Trotzdem sind die Mitglieder des Verkehrsforums davon überzeugt, dass die Rechtsnachfolger der damals Enteigneten „ein Recht hätten, wieder zu ihrer Fläche zu kommen. Der geplante Radweg liegt nicht im öffentlichem Interesse“, sagen sie.

(kurier) Erstellt am 08.01.2014, 10:33
01.03.2014, 00:11#404
Düringer und Markovics für die Thayatalbahn

Prominente Künstler machen sich für einen Stopp der Abrissarbeiten der Thayatalbahn-Gleise stark.

BEZIRK. Eine ganze Reihe prominenter Namen hat das Verkehrsforum Waldviertel für eine Petition gewonnen: Regisseur Ulrich Seidl, Schauspieler Karl Markovics, Kabarettist Roland Düringer und Autor Alfred Komarek sind nur vier der zwanzig prominenten Unterstützer.
In der Petition an Landeshauptmann Erwin Pröll und die Politiker des Bezirks fordern die Künstler die derzeit laufende Demontage der Thayatalbahn auszusetzen. Darüber hinaus soll das Radwegprojekt so abgeändert werden, dass dieser neben statt auf der Bahntrasse errichtet wird. Eine weitere Forderung sind Maßnahmen gegen den zunehmenden Schwerverkehr in der Grenzregion.
"Ich bin dafür jede Schiene auch als Schiene zu belassen", sagt Roland Düringer im Gespräch mit den Bezirksblättern. Selbst ist der Kabarettist und Schauspieler seit einem Jahr nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, womit er auch gut zurechtkommt, wie er erklärt. "Im Waldviertel und in Niederösterreich ist es generell schwieriger". Er spricht sich ebenfalls für einen Radweg neben der Bahn aus: "Das eine schließt das andere ja nicht aus."

Radweg neben Bahn
Gleichzeitig hat Bernhard Schneider, Experte für Raumordnung und Raumplanung, ein Konzept für den Radweg neben der Bahntrasse erarbeitet. Schneider, der unter anderem schon den Radweg beim Grenzübergang Grametten geplant hat, hält den Radweg neben der Bahnlinie für touristisch attraktiver als den Radweg auf der Trasse. Aber nicht nur das: Die Erhaltung sei deutlich billiger als in der von der Regionalpolitik bevorzugten Lösung. Darüber hinaus sei der Alltagsnutzen größer: Rad und Bahn ließen sich kombinieren, man könne den Radweg etappenweise befahren. Die gleichzeitige Anbindung von Rad und Bahn würde auch der Bezirkshauptstadt Waidhofen wirtschaftliche Vorteile bringen.
"Es ist noch Zeit sechs Millionen Euro um ein Vielfaches sinnvoller für die Region zu verwenden", erklärt Gerald Steininger, der Vize-Obmann des Verkehrsforums Waldviertel. Noch könne eine Umplanung rasch erfolgen und die bisher durch den Abriss entstandenen Kosten seien durch den Verkauf des Eisens der Gleise gedeckt.
08.03.2014, 00:36#405
Interessant: Der Pulkautalbahnabschnitt zwischen Zellerndorf und Sigmundsherberg bekommt vielleicht wieder Züge zu sehen:

NÖVOG: Eisenbahnmuseum erhält Nutzungsrecht für Pulkautalbahn
07.03.2014
Die Verhandlungen über die weitere Nutzung der Pulkautalbahn sind abgeschlossen: Ab sofort hat das Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg das Nutzungsrecht für die Bahnstrecke. „Damit steht die rund 17 Kilometer lange Strecke, die von Zellerndorf über Pulkau nach Sigmundsherberg führt, dem Eisenbahnmuseumsverein zur Verfügung. Derzeit tüftelt der Verein noch an verschiedenen Konzepten, wie die Strecke am besten genutzt werden kann“, erklärt Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

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NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl mit Rupert Öhlknecht (Obmann Verein Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg) und Verkehrslandesrat Karl Wilfing.
© NÖVOG/Lengauer

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V.l.n.r: Vereinspräsident Franz Polzer, NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl, Obmann Rupert Öhlknecht, Franz Göd (Bürgermeister Sigmundsherberg), Verkehrslandesrat Karl Wilfing, LAbg. Jürgen Maier (Bürgermeister Horn), Obmann-Stellvertreter Gerhard Zauner
© NÖVOG/Lengauer

„Die Pulkautalbahn ist eine Normalspurbahnstrecke, die seit 2010 zur NÖVOG gehört. Die Strecke war zum Zeitpunkt der Übernahme bereits dauerhaft eingestellt. Seit 1998 gibt es auf dieser Bahnstrecke keinen Personenverkehr mehr. Für den Museumsverein stellt die Strecke eine wertvolle Bereicherung dar“, erklärt NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl.

„Wir sind sehr zufrieden über den Prekariumsvertrag. Durch die Reaktivierung der Bahnstrecke eröffnet sich die Möglichkeit, über Sigmundsherberg den Südmährischen Raum um Znaim an das Kamptal und die Wachau anzubinden. Denn man muss diese Bahnstrecke in einem größeren räumlichen Zusammenhang sehen. Durch sie ergeben sich möglicherweise wichtige wirtschaftliche und touristische Impulse für unsere Region“, erklärt Vereinsobmann Rupert Öhlknecht. „Derzeit sind wir auf der Suche nach einem Partner, mit dem wir eine touristische Potenzialerhebung machen können. Daraus soll in weiterer Folge ein an die Region angepasstes touristisches Konzept entstehen“, ergänzt Obmann-Stellvertreter Gerhard Zauner.
„Diese Strecke könnte für eine touristische Bahnnutzung durchaus von Interesse sein, denn sie verbindet das Wein- mit dem Waldviertel“, so Landtagsabgeordneter Jürgen Maier. Auch für Sigmundsherbergs Bürgermeister Franz Göd stellt die mögliche Revitalisierung der Pulkautalbahn einen wichtigen Beitrag zum touristischen Angebot der Region dar: „Unser vielfältiges Angebot an Museen erfreut sich großer Beliebtheit. Neben dem Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg zählen das ‚Erste österreichische Motorradmuseum‘, das ‚Kraftfahrzeugmuseum‘, das ‚K. und K. Museum‘ und das ‚Schnapsmuseum‘ zum Angebot. Wenn das Eisenbahnmuseum nun die Strecke touristisch nutzbar macht, würde damit das Angebot der Region optimal abgerundet werden“, so Bürgermeister Göd abschließend.

Link

Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg www.eisenbahnmuseum-waldviertel.at
Information

Nähere Informationen zu den Angeboten der NÖVOG erhalten Sie im Internet unter www.noevog.at oder telefonisch im NÖVOG Infocenter (MO-SO 7:00-17:30 Uhr) unter 02742/ 360 990-99.
Rückfragehinweis

Mag. Brigitta Pongratz │ Leiterin Marktkommunikation │NÖVOG

Telefon: +43/2742 360 990-13 │ Mobil: +43/676 566 2413

Internet: www.noevog.at │ http://www.facebook.com/noevog │ www.facebook.com/gemeindealpe
08.03.2014, 14:54#406
Interessant: Der Pulkautalbahnabschnitt zwischen Zellerndorf und Sigmundsherberg bekommt vielleicht wieder Züge zu sehen.
Ohne Rollmaterial wird halt eher schwierig oder man bittet die Frowos den Verkehr mit ihren Postkastln abzuwickeln. :D
09.03.2014, 18:10#407
Auch um den derzeit noch betriebsbereiten, im Besitz der ÖBB befindlichen Pulkautalbahnabschnitt Zellerndorf - Laa an der Thaya macht sich so mancher Gedanken...


25.02.2014 | 23:59 |

Zug für Touristen?

FPÖ-Idee | PULKAUTAL, ZELLERNDORF / Lausch will politischen Schulterschluss für die Nebenbahn, die durchs Pulkautal führt. Sie könnte touristisch genutzt werden.


Von Karin Widhalm

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verkaufen die Bahnstrecke zwischen Pernhofen-Wulzeshofen und Zellerndorf. Grund: Die Geleise werden zu wenig genutzt, sodass den ÖBB „keine systemadäquaten Zahlen“ vorliegen, erklärt Pressesprecher Christoph Seif. „Es gibt keinen regelmäßigen Betrieb, weder im Personenverkehr noch im Güterverkehr.“

Der FPÖ ist das nicht entgangen und sie wartet nun mit der – an sich nicht neuen – Idee eines Tourismusprojektes auf. „Unsere Region ist ohnehin meistens benachteiligt“, begründet Christian Lausch. Der Nationalratsabgeordnete hält eine touristische Nutzung für möglich. „Dazu sollten das Land NÖ und alle Parteien im Bezirk eingebunden werden, um mit einem gemeinsamen Schulterschluss ein mögliches Projekt zu forcieren.“

Aus Schließung könnte Positives entstehen

Das hätte Vorteile für die Region: „Aus einer Schließung könnte etwas Positives für die Menschen und die Wirtschaft entstehen.“ Ein Betreiber für den klassischen Pendlerverkehr werde sich nur schwer finden können. „Eine Tourismusbahn ist zumindest eine prüfenswerte Chance, die nicht vertan werden darf“, so Lausch.

Georg Jungmayer kann diesem Vorschlag durchaus etwas abgewinnen. „Ich könnte mir das schon vorstellen, dass man das bei einem symbolischen Kaufpreis touristisch nutzt“, sagt der Obmann der Initiative Pulkautal. Der SPÖ-Bürgermeister (Seefeld-Kadolz) denkt an ein Konzept, das dem Retzer Reblaus Express ähnelt: „Wenn alle zusammenhelfen, könnt‘s sicher gelingen.“

„Ob sich‘s rechnet, das ist eine andere Frage“

ÖVP-Bürgermeister Karl Schwayer (Zellerndorf) hält es für sinnvoll, wenn der Pendlerverkehr ausgebaut werde, etwa als Anbindung nach Wien. „Das müsste man aber wirklich koordinieren und zuerst eine breit gefächerte Umfrage starten“, schlägt Schwayer vor, die Nachfrage zu überprüfen. Ein Kurzzug la Reblaus Express „wäre sicher eine Attraktion. Aber ob sich‘s rechnet, das ist eine andere Frage.“

Die ÖBB wenden sich in einer öffentlichen Ausschreibung „zuallererst an Eisenbahninfrastrukturbetreiber“, so Seif. Erst wenn geeignete Angebote ausbleiben, sollen andere Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden. „Die künftigen Nachnutzer – und dies könnte fast jeder sein – können dies in Form einer nicht-öffentlichen Eisenbahn wie zum Beispiel als Anschlussbahnbetrieb auch für einen touristischen Veranstaltungsverkehr machen.“
11.03.2014, 21:22#408
Letztes Update am 08.03.2014, 20:53
Projektplaner will Solarexpress in Region auf Schiene bringen
Neue Bahntechnik soll aus dem Waldviertel eine Vorzeigeregion machen. Partner werden gesucht.


Im Kampf gegen die Demontage der Thayatalbahn versuchen die Freunde der ausrangierten Grenztrasse mit kreativen Ideen zu punkten. Der neueste Ansatz: Jörg Schmid, Vorarlberger Unternehmer und Ex-Waldviertler, glaubt fest daran, einen "Thayatal-Solarexpress" als grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen Waidhofen an der Thaya und Slavonice – bzw. Telc – wirtschaftlich führen zu können. Die Investitionskosten von ungefähr 40 Millionen Euro sind seiner Ansicht nach überschaubar.

"Mit dieser neuen Bahntechnologie könnte sich das Waldviertel einen weiteren Stellenwert als Vorzeigeregion erarbeiten", sagt Schmid, der mit Partnern die Beteiligungsgesellschaft "Thayatalsolarexpress LTD" gegründet hat. Um einen reibungslosen Personenverkehr zu ermöglichen, hat er ein Konzept mit drei akkubetriebenen Triebfahrzeug-Garnituren und sechs Fotovoltaik-Powerstationen erarbeitet. Auf dem Weg sei auch ein Güterverkehr umsetzbar, sagt Schmid. Überschüssige Energie soll verkauft und in das Stromnetz eingespeist werden.

Finanzieren will Schmid sein Schienenprojekt mithilfe eines PPP-Modells, bei dem die Öffentliche Hand und private Investoren als Partner auftreten sollen. "Auch jeder Bürger kann sich daran beteiligen", erklärt Schmid.

Alternative

Unterdessen versucht das "Verkehrsforum Waldviertel", die Kleinregion "Zukunftsraum Thayaland" von seinem alternativen Radprojekt neben der Bahntrasse zu überzeugen. "Wir werden dieses Konzept im Vorstand diskutieren. Es gibt aber viele Punkte, die unrealistisch sind", sagt Reinhard Deimel, Obmann der Kleinregion. Die sei ohnehin mit dem erarbeiteten Radwege-Projekt bemüht, die Trasse zu erhalten. "Die alten Holzschwellen haben aber ausgedient und gehören entsorgt. Wenn die Bahn wieder reaktiviert wird, sind sowieso neue Schienen notwendig" sagt Deimel.
(kurier) Erstellt am 08.03.2014, 20:53


"Wir übernehmen die Trasse sofort!"
Verkehrsforum Waldviertel will Erhaltung eines Radweges neben der Bahn übernehmen und warnt: "Es ist fünf vor zwölf für die Region"

WAIDHOFEN. Am Aschermittwoch lud das Verkehrsforum Waldviertel zu einer Pressekonferenz in Waidhofen ein. Der Grund: Laut Ansicht der Vereinsmitglieder ist es fünf vor zwölf um die Thayatalbahn zu retten. "Wir befinden uns in einer Phase die über Jahre und Jahrzehnte für die Region wesentlich ist", erklärte Obmann Josef Baum. "Noch gibt es eine Weiche, wo die Region keinen Schaden nimmt", so Baum. Noch sei der Region durch den laufenden Abriss der Gleise zumindest kein finanzieller Schaden entstanden, berichtet der Geograph und Ökonom. Darüber hinaus sei auch noch Zeit, den geplanten Radweg neben die Trasse zu verlegen - eine Grobplanung dafür von Ziviltechniker Bernhard Schneider legten die Vereinsmitglieder auch vor.

Laut ihrer Ansicht sei der Radweg neben der Trasse deutlich billiger zu machen als die kolportieren 6,5 Millionen für den Weg auf der ehemaligen Bahn. Um die Kosten zu senken könne man auf bestehende Wege zurückgreifen und sogar mehr Abwechslung schaffen, das es sich mit einem eigenen Hin- und Rückweg um zwei unterschiedliche Radwege handle. "Unser Konzept bringt positive Effekte für die Region und ist billiger", so Baum. Um 1,5 bis zwei Millionen Euro ließe sich der Radweg neben der Bahn verwirklichen. "Wir haben auch ein Geheimrezept: Alle Tourismusbetriebe entlang der Strecke werden angebunden". Gleichzeitig sei man bereit die Pflege des Radweges sowie die Verantwortung für die Trasse zu übernehmen. "Wir sind bereit die Trasse zu kaufen und zu pflegen", so Baum, wohlwissend, dass der Preis wohl günstig sein dürfte: Die Region bezahlte einen Euro für die Thayatalbahn.

Gleichzeitig wollen die Vereinsmitglieder wieder auf Aktivismus setzen. Am 21. März ab 14 Uhr wird der Grenzübergang Fratres wieder für den Schwerverkehr blockiert. Auch mit einem Fotowettbewerb mit dem etwas makabren Titel "Die schönsten Bilder vom Abriss des Gleiskörpers" will das Verkehrsforum Waldviertel für Aufmerksamkeit sorgen. Die Zeit drängt, da sind die Aktivisten sicher: "Wir haben vielleicht ein Fenster von zwei oder drei Wochen", so Josef Baum.
29.08.2014, 21:32#409
Schlechtes Zeugnis
Spediteur wirft Handtuch

Steiner wirft ÖBB und NÖVOG vor, kein Interesse an Wiederbelebung der Bahnstrecke zu haben.

Sehr schlecht steht es um die Wiederaufnahme des Güterverkehres auf der Bahnstrecke Waidhofen-Schwarzenau.

„Es gibt nicht annähernd akzeptierbare Rahmenbedingungen“

Der private Spediteur Peter Steiner, der sich um die Wiederaufnahme der Bahnstrecke bemüht hat, ist nun auch abgesprungen: „Aus derzeitiger Sicht ist die Wiederaufnahme nicht möglich. Es gibt für den Bedarf nicht einmal annähernd akzeptierbare Rahmenbedingungen“, sagt Steiner im NÖN-Gespräch. Weder die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) noch die ÖBB sind für Lösungen bereit.

„Meine persönliche Einschätzung: Es gibt hier kein konkretes Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit“, sagt Steiner zu den Verhandlungspartnern. Nur eine Abteilung der ÖBB hätte das Vorhaben unterstützt - der operative Bereich der ÖBB hat aber absolut kein Interesse an den Tag gelegt.

Potenzial gäbe es, es sei aber offenbar nicht erwünscht, die Gleise wieder zu nutzen. Konkret: Bereits vor zwei Jahren hat Steiner eruieren können, dass zehn Waggons Restmüll und zwei Waggons Altpapier pro Monat mit der Bahn abtransportiert werden könnten. Jetzt werde die Menge bis Sigmundsherberg gebracht und dann auf den Zug verladen, der Restmüll wird dann weiter Dürnrohr transportiert.

„Das ist für einen Spediteur nicht mehr wirtschaftlich“

Weiteres Frachtgut könnte Holz sein: „Jetzt muss das Holz von Waidhofen nach Göpfritz transportiert und dort auf den Zug verladen werden. Das Beste daran ist, dass die Holzzüge, die auch von Zwettl oder Gmünd kommen, sich alle in Schwarzenau treffen, um dort zu einem neuen Gesamtzug gebündelt zu werden“, sagt der Spediteur.

So hätte man das Holz in Waidhofen verladen und nach Schwarzenau bringen können. „Das wäre ja sogar eine logistische und finanzielle Erleichterung für die ÖBB gewesen, denn der Transport nach Schwarzenau wäre ja bezahlt worden!“

Die ÖBB verweigere sich grundsätzlich nicht, aber: Dadurch, dass sie nur Göpfritz und Irnfritz als „Rundholzverladebahnhof“ führt, unterliegt der Transport ab Schwarzenau (sogar schon auf den Waggons!) nicht dem ermäßigten Rundholztarif, wie das in Göpfritz und Irnfritz der Fall ist. „Das ist so teuer, dass das ganze Vorhaben für einen Spediteur nicht mehr wirtschaftlich ist“, erklärt Steiner.

Weiters könnten auch Kartoffeln und Getreide (Lagerhaus und Raiffeisen Ware Austria / RWA) transportiert werden. Die Grundkosten für kurze Distanzen seien für das „System Schiene“ zwar viel zu hoch, aber man könnte hier Kombinationen mit anderen Transporten finden, was das Ganze für einen Spediteur wieder etwas attraktiver mache.

Zug sei schon lange abgefahren

ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif erklärt zu den Vorwürfen: „Im konkret angesprochenen Fall sind wir bestrebt, Leistungen nach Möglichkeit aufrecht zu erhalten und setzen entsprechende Schritte, da wir an einer einvernehmlichen und kundenfreundlichen Lösung interessiert sind.“

Der Zug ist aber schon lange abgefahren, denn Steiner hat in den letzten Jahren viele Gespräche mit den ÖBB geführt. Zu der Frage, was man denn jetzt noch an Schritten setzen möchte, gab es von Seif keine Antwort mehr.

Hätte man die Verhandlungen mit der ÖBB geschafft, mache dann aber die NÖVOG als Eigentümer der Bahnstrecke extreme Probleme und einen Transport unwirtschaftlich. Zur Erklärung: Es gibt „Belastungstafeln“ für Lokomotiven, die besagen, wieviele Tonnen bei welcher maximalen Steigung einer Bahnstrecke transportiert werden können.

„NÖVOG war hier zu keinem Konsens bereit“

„Die NÖVOG hatte hier alte Tafeln von den ÖBB übernommen, die noch aus den Zeiten des Personenverkehrs auf der Strecke stammen. Dort wurde auch die Zeit mit eingerechnet, damit die Personenzüge plangerecht fahren konnten!“ In den alten Tafeln der ÖBB stehen für den damals geplanten Lokomotivtyp 320 Tonnen zulässiges Maximalgewicht für den gesamten Zug. In der technischen Spezifikation des Lokomotivtyps stehen hingegen zirka 650 Tonnen.

Bei den Tonnen geht es vor allem um die Anfahrtsgeschwindigkeiten, die bei höherem Gewicht auch deutlich abnimmt. „Nur 320 Tonnen bei einem Fixpreis pro Zugfahrt anzuhängen, wäre nicht wirtschaftlich. Die NÖVOG war hier zu überhaupt keinem Konsens bereit und beharrte auf der alten Tabelle. Da habe ich dann endgültig gemerkt, dass sie nicht wollen“, so Steiner.

NÖVOG-Pressesprecherin Brigitta Pongratz erklärt, dass seit der Übernahme von der ÖBB 2010 die Strecke als Anschlussbahn für den Güterverkehr bereit gehalten wurde. „Trotz teilweise sehr intensiver Gespräche ist in drei Jahren keine Nutzung zustande gekommen. Leider hat keine Idee von Peter Steiner ein Ergebnis gebracht.“

Die NÖVOG fungiere hier ausschließlich als Betreiberin der Infrastruktur und führe selbst keinen Güterverkehr durch. „Da keine greifbare Nachnutzung in Sicht ist, führt die NÖVOG vorläufig keine Erhaltungsarbeiten an der Strecke durch. Es ist aber jederzeit möglich, die Befahrbarkeit wieder herzustellen“, so Pongratz abschließend.

Von René Denk
31.08.2014, 11:59#410
Ein Freund hat einmal zu mir gesagt: "Die ÖBB wären am liebsten ein Transportunternehmen ohne Schienenverkehr". Langsam aber sicher glaube ich das für die Zukunft auch schon. Was die NÖVOG betrifft: Die sind für mich ein Wolf im Schafspelz: Als das Land die ÖBB Nebenbahnen übernahm, versuchten sie den Eindruck zu vermitteln, dass dies eine Rettungsaktion für den Schienenverkehr wäre. Mittlerweile wissen wir, dass dem nicht so ist: Die um einen symbolischen Betrag aufgekauften Strecken werden einer verschiedenartigen Vermarktung zugeführt. Die häufigste ist Abtragung und Verkauf der Immobilien, Weitergabe der leeren Trassen an Kommunen für Radwege etc. Dann gibt es noch den Verkauf oder die Vermietung von Gleistrassen an Interessentengemeinschaften (meist Gemeinden an der ehemaligen Strecke) für eine Nachnutzung in deren Sinn (z.B. Traisentalbahn). Schließlich dort, wo es vielversprechend zu sein scheint (und nur dort) die Einrichtung eines Bahnverkehrs für Fremdenverkehrszwecke (Mariazellerbahn etc.). Mir ist kein Fall bekannt, in dem von der NÖVOG auf irgend einer Strecke ein Schienenverkehr im Sinne des ursprünglichen Zwecks einer Bahn - nämlich Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und Gütertransport auf der Schiene - eingerichtet worden wäre. Trotzdem müssen wir noch dankbar sein, dass dadurch Linien wie die Mariazeller Bahn oder die Waldviertler Schmalspurbahnen wenigstens erhalten bleiben. Vereine und Clubs, die auf still gelegten Strecken einen Museumsbetrieb einrichten wollen, sind unerwünscht: Sie könnten in Zukunft ja unter Umständen (Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs) ja die Wertschöpfung der NÖVOG aus reinen Touristikbahnen konkurrenzieren. Also werden ihnen unerfüllbare Forderungen gestellt. Und Güterverkehr passt ja schon gar nicht auf Vergnügungsbahnen, die überwiegend nicht von Bahnenthusiasten sondern zur allgemeinen Freizeitgestaltung benützt werden.
01.11.2014, 18:01#411
Abriss bis Ende 2016: "Krumpe ist beerdigt"
Philipp Hebenstreit aus Melk, Tips Redaktion, erstellt am 28.10.2014, 10:00 Uhr

Der große Diskussionspunkt bei der vergangenen Manker Gemeinderatssitzung war die ehemalige Bahnlinie, die bis Ende 2016 abgetragen werden muss. Die Stadt wird Teile des Gleisbandes kaufen. Fünf Mandatare waren dagegen – aus Protest gegen die NÖVOG.
Ab dem Güterweg Poppendorf bis zur Gemeindegrenze erhält die Gemeinde das Trassenband um den symbolischen Preis von 1,20 Euro. Bedingung ist eine überörtliche Nutzung, mit deren Planung in den kommenden zwei Jahren begonnen wird. Sollte dies nicht zustande kommen, besteht eine Rückgabemöglichkeit an die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG). Der Ankauf dieses Teilabschnittes wurde nur mehrheitlich beschlossen. Die Mandatare Hikade, Zierlich, Sommer (alle SPÖ), Karl Frühauf (FPÖ) und Hannes Zimola (ÖVP) stimmten dagegen. SPÖ-Stadtrat Anton Hikade: „Wir brauchen das Trassenband nicht. Es hätte ein überregionales Tourismusbahn-Konzept gegeben. Aber das ist rein politisch abgewürgt worden. Die Krumpe ist beerdigt." Auch VP-Mandatar Zimola meinte: „Kilb hat sich damals quergelegt. Die Politik macht sich unglaubwürdig dabei."

Bahnbrücke wird gesprengt
Der Bescheid zum Rückbau der Krumpe liegt bereits auf dem Tisch, der Abriss muss bis Ende 2016 vollzogen sein. In St. Leonhard/Forst und Ruprechtshofen stehen die Zeichen bereits jetzt auf Abriss. Am 4. November um 14 Uhr wird die Eisenbahnbrücke über die Melk vom Bundesheer gesprengt. Die Melker Pioniere sind von der NÖVOG mit der nachhaltigen Abtragung der Brücke beauftragt worden und machen eine Kaderübung daraus.
01.11.2014, 18:27#412
. . und ich kann schon wieder einmal nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!
04.11.2014, 18:31#413
Letztes Update am 01.11.2014, 06:00 Jürgen Zahrl Chronik Niederösterreich
Bezirksbehörde prüft illegalen Bahn-Abbau
Bei der Demontage der Thayatalbahn sollen mehr Schienen als erlaubt entfernt worden sein.


Der Konflikt um die (vergebliche) Rettung der stillgelegten Thayatalbahn ist um ein pikantes Detail reicher. Nach einer Anzeige des Verkehrsforums Waldviertel laufen nun Ermittlungen der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya wegen des Verdachts der illegalen Demontage von Schienen.

Beim Abbau zwischen der tschechischen Grenzstadt Slavonice und Waidhofen an der Thaya sollen mehr Gleiskörper, als laut Auflassungsbescheid des Landes NÖ erlaubt, entfernt worden sein. Dabei geht es um ein 300 Meter langes Schienenstück, bestätigt Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller.

Rechtlich

Obwohl der Bahnbetrieb auch zwischen Schwarzenau und Waidhofen an der Thaya bereits eingestellt ist, besitzt dieses Trassenstück von Kilometer 0,103 bis 10,250 laut KURIER-Recherchen nach wie vor einen rechtlich geltenden Bahnstatus. "Trotzdem sind jetzt Schienen bis zum Kilometer 9,950 illegal entfernt worden. Das bedeutet, dass am Bahnhof Waidhofen keine Verschubarbeiten mit Waggons mehr möglich sind", erklärt Josef Baum, Obmann des Verkehrsforums, der Anzeige erstattet hat. Baum, der mit Bahnfreunden wie Gerald Steininger für einen grenzüberschreitenden Betrieb der Thayatalbahn und gegen den geplanten Rundradweg kämpft, fordert nun Konsequenzen.

Ermittlungen

Bezirkshauptmann Kemetmüller bestätigt, dass Ermittlungen laufen: "Als die Anzeige bei uns eingelangt ist, haben wir die Abrissarbeiten unverzüglich stoppen lassen. Nun müssen wir prüfen, ob es tatsächlich zu relevanten Übertretungen gekommen ist", sagt Kemetmüller.

Bei der nö. Verkehrsorganisationsgesellschaft, kurz NÖVOG, zeigt man sich überrascht: "Von diesem Vorfall ist uns bisher nichts bekannt", sagt Sprecherin Brigitta Pongratz. Sie bestätigt aber, dass es sich bei dem 300 Meter langen Teilstück rechtlich um einen Bahnabschnitt der NÖVOG handelt. "Die Bahn ist zwar eingestellt, aber nicht aufgelassen", sagt Pongratz.

Obwohl die Abrissarbeiten im Auftrag des Radwegeverbands durchgeführt wurden, gibt sich Obmann Reinhard Deimel wortkarg: "Der Fall ist uns nicht bekannt."
(kurier) Erstellt am 01.11.2014, 06:00
05.11.2014, 11:26#414
"Als die Anzeige bei uns eingelangt ist, haben wir die Abrissarbeiten unverzüglich stoppen lassen. Nun müssen wir prüfen, ob es tatsächlich zu relevanten Übertretungen gekommen ist", sagt Kemetmüller.
Das lässt bereits Unrat ahnen. Hier soll nicht geprüft werden ob eine Übertretung stattgefunden hat, sondern ob sie "relevant" ist. Das heißt im Klartext, dass Kemetmüller Übertretungen als nicht rechtswidrig zur Kenntnis nehmen will, wenn sie seiner Meinung nach "nicht relevant" sind. Eine zumindest merkwürdige Gesetzesauslegung (um nicht stärkere Worte zu gebrauchen). Armes Österreich!
05.11.2014, 20:18#415
Habe in den Tiefen des Netzes folgendes gefunden:http://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=7438
"Interressant" das Vorgehen der Niederösterreichischen Gangster äh . . Landesregierung; Man will nicht nur die Bahn auf alle Zeiten weg haben, man schaut mit äußerster Nachhaltigkeit daß es auch so bleibt(wo käme man dahin wenn vllt. eines fernen Tages man anderer Meinung ist, und die Bahn wiedererichtet werden soll) - nicht daß man die Brücke einfach nur abbaut, weil da könnte man dan vielleicht ein neues Tragwerk einsetzen und -heiliger Erwin behüte- die Bahn fährt wieder, nein man sprengt Sie. Wo mir auch die Grausbirnen richtig aufsteigen ist folgender Absatz im verlinkten Artikel:"Die Sprengung eines 44 Tonnen schweren Brückentragwerks im verbauten Gebiet ist auch für uns eine einmalige Gelegenheit, unsere Fähigkeiten zu vertiefen"-also nimmt man in Kauf das vielleicht Häuser beschädigt werden oder gar Menschen zu Schaden kommen, Hauptsache der Eisenbahnhass eines kahlköpfigen Landeshauptmannes kann ausgelebt werden. Und man erdreistet sich sogar zu behaupten, daß der Bahnkörper sogar schuld an Hochwasser sein soll, weil Zitat:"Aufgrund der knapp 44 Tonnen schweren Stahlfachwerkkonstruktion und der Bahndämme kann bei Hochwasser der Fluss nur schwer abfließen. Bei Flut sind die angrenzenden Siedlungsgebiete in Ruprechtshofen und im Melkfeld bedroht".
diesmal mit zornigen Grüssen
SchienenWolf
06.11.2014, 06:22#416
Die Brücke hat sich aber gewehrt, genutzt hat es ihr nur leider nichts. ;-( Nach der Sprengung stand sie immer noch. Erst ein Panzer machte ihrem dasein ein Ende. Aber sie hat gezeit, was sie von dieser Verkehrspolitik hält. Quelle: noe.orf.at (Achtung, die Bilder sind nichts für zart besaitete. :-()

Erinnert mich irgendwie an einen Kirchturm am Reschenpass. :-P

Schöne Grüße,
64/8
07.07.2015, 12:17#417

NÖVOG: Carnuntum Draisine übernimmt Strecke

Die Carnuntum Draisine ist seit 2011 in Betrieb. Jetzt hat Betreiber Ralf Roggenbauer die Strecke zwischen Bruck an der Leitha und Petronell-Carnuntum von der NÖVOG gekauft. „Mit der Fahrraddraisine ist auf einem bestehenden Bahnkörper ein nachhaltiges Tourismusprojekt entstanden, von dem die gesamte Region profitiert. Von den Gleisen der Petronellerbahn aus lässt sich die Natur- und Kulturlandschaft zwischen Leitha- und Donauauen entdecken“, so Verkehrslandesrat Karl Wilfing beim Lokalaugenschein.

„Liegenschaften, die von der NÖVOG betrieblich nicht mehr gebraucht werden, sollen einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden. Mit der Carnuntum Draisine ist dieses Ziel eindeutig erreicht“, erklärt NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl und ergänzt: „Die Strecke ist rund 10 Kilometer lang und umfasst 10 Grundstücke mit insgesamt 185.531 m². Der Kaufvertrag wurde bereits im April unterzeichnet.“
Der Start in die Sommersaison 2015 ist gut verlaufen. Seit 26. April radeln kleine und große Gruppen mit der Draisine durch das Römerland. Derzeit liegt die Kapazität pro Fahrt bei 45 Personen doch Ralf Roggenbauer möchte noch aufstocken. Außerdem sollen die Stationen ausgebaut werden. „Für die Mittelstation ist ein restaurierter Salonwaggon mit Strom, Kanalanschluss und einer Photovoltaik betriebenen Klimaanlage geplant. So können die Gäste ihre Pausen angenehm verbringen und rasten“, so Roggenbauer über sein Projekt und fügt hinzu: „Im nächsten Schritt werden Obstbäume entlang der Strecke gepflanzt und das bestehende Angebot wird mit Zusatzangeboten weiter verfeinert.“

Noch bis 26. Oktober ist die Carnuntum Draisine an Freitagen, Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen in Betrieb. Für Gruppen ab 20 Personen geht’s auch an Wochentagen schwungvoll durch das Römerland. Reservierung möglich unter:
www.carnuntumdraisine.at

Das NÖVOG Verwertungskonzept

Ende 2010 hat die NÖVOG von den ÖBB gemeinsam mit den Bahnstrecken auch 220 Immobilien mit einer Gesamtgrundfläche von 9,5 Mio. m² übernommen. Nicht für den Betrieb notwendige Liegenschaften werden in Abstimmung mit den Gemeinden zum Verkauf angeboten und so regional sinnvoll genutzt. Interessenten werden unter anderem per Aushang in der Gemeinde informiert.
16.07.2015, 15:51#418
NÖVOG: Fahrgäste großteils zufrieden

Die Fahrgäste sind mit den niederösterreichischen Landesbahnen großteils zufrieden. Das zeigt eine Umfrage eines ein externes Marktforschungsinstitut im Auftrag der NÖVOG. Doch nicht alle Bahnen schnitten gleich gut ab.

160 Millionen Euro hat die Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG in den vergangenen Jahren in die Infrastruktur investiert. Die Umfrage unter etwa 2.700 Kundinnen und Kunden sollte beleuchten, ob diese Verbesserungen auch bei den Fahrgästen angekommen sind. Dass das gelungen sei, beweise unter anderem die Durchschnittsnote von 1,4, sagt Landesrat Karl Wilfing, das sei ein „großartiger Notenschnitt“ und „eine gute Entwicklung, die uns sehr zukunftsfroh macht, weil das auch zeigt, dass die Investitionen, die wir getätigt haben, von den Menschen angenommen werden.“

Am besten hat der Reblausexpress abgeschnitten, dahinter folgen Waldviertelbahn und Mariazellerbahn. Aufholbedarf besteht allerdings bei der Wachaubahn. Dort will die NÖVOG künftig das Personal besser schulen und ein neues Design einführen.
08.09.2015, 17:29#419
Besitz jemand von euch zufällig das Buch zur Waldviertler Schmalspurbahn von Werner Schiendl oder könnt ihr mir auch so vielleicht etwas zu den geplanten Verlängerungen nach Krems bzw. nach Grein und nach Freistadt sagen? Das würde mich nämlich brennend interessieren! (Pläne oder Skizzen wären toll - wenn nicht möglich, auch nur Beschreibungen...)
23.02.2016, 22:17#420
In den Märzausgaben von Eisenbahn Österreich und Schienenverkehr Aktuell ist ein Artikel über einen Ankauf von fünf gebrauchten RegioSprinter-Garnituren der Vogtlandbahn durch die Növog für die Wachaubahn zu finden.
Dieser Beitrag wurde 1-mal editiert, zuletzt von umweltretter (23.02.2016, 22:21)